1. Steigerungslogik

1. Arbeitsgruppe - Steigerungslogik: Ursachen und Alternativen

Teilnehmer
Prof. Dr. Mathias Binswanger, Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Prof. Dr. Marco Lehmann-Waffenschmidt, Dr. Herbert Schaaff, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Dr. Bernd Sommer

Pate
Christian Lautermann

Botschaft an die Öffentlichkeit:
Nachhaltigkeit fördert Glück

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ab einem bestimmten Wohlstandsniveau weiteres Wirtschaftswachstum nicht zu mehr Glück der Bevölkerung beiträgt.

Vielmehr schränkt die Fortsetzung des bisherigen Wirtschaftswachstums die Glücksvoraussetzungen ein: nicht nur werden die natürlichen Grundlagen des menschlichen Lebens zunehmend zerstört, immer mehr Menschen leiden auch unter Leistungsdruck, Stress und Konkurrenzzwängen.

Dagegen trägt eine Wirtschaftsweise, die nicht mehr hauptsächlich auf Wachstum, Gewinnmaximierung und übersteigerten Wettbewerb setzt, zu mehr Glück bei. Nachweislich steigt die Zufriedenheit der Menschen durch bessere soziale Beziehungen, weniger Mobilität, selbstbestimmte Arbeitsformen und mehr Selbstversorgung.
Nachhaltigkeit und Glück sind nicht nur vereinbar, sondern gegenseitig förderlich.

Botschaft an Unternehmen und Wirtschaft:
Eingebettete Wirtschaft – Perspektiven für künftige Unternehmensstrategien

Heutige Glücks- und Wohlstandsmodelle geraten zunehmend an Grenzen – nicht alleine aufgrund des Klimawandels

Unternehmen spielen in dem sich andeutenden Umbau ein zentrale Rolle. Mit neuen Unternehmensstrategien können sie zentraler Motor des Wandels werden. Das gilt für große Kapitalgesellschaften genauso wie für eigner-geführte Unternehmen und neue kollaborative Unternehmensformen.

1. Große Kapitalgesellschaften in Schlüsselbranchen wie Energie, Chemie oder Automobil sind intensiv in die Logiken internationaler Finanz- und Kapitalmärkte eingebunden. Ihre Investitions- und Technologiekraft treibt viele Lösungen für die Klimaherausforderung. Gleichzeitig dürfen ihre Strategien nicht die nötige Dynamik zu Dezentralisierung und Entschleunigung behindern. Sie müssen Strategien der „Multiple Celeration“ (Kombination von Beschleunigung (Acceleration) und Entschleunigung (Deceleration) in sich integrieren. Das die die Herausforderung einer künftigen Corporate Social Responisibility (CSR) und reicht von neuen Steuerungsstrukturen in den Unternehmen bis zu einer fähigkeitsorientierten Personalpolitik.

2. Öffentliche, Stiftungs- und Eigentümergeführte Unternehmen haben größere Spielräume zur Umsetzung einer eingebetteten Wirtschaft. Eine langfristige-, umwelt- und ökologieverträgliche Unternehmensentwicklung, verantwortungsvolle Regionalentwicklung oder wachstumsorientierte Selbstbeschränkungen (Mitarbeiterumfang, Kundenzahl, regionale Ausweitung, ..) sind Beispiele zur Nutzung dieser Freiräume. Heute finden sich schon viele Beispiele (auch im Nordwesten, z.B. Beispiel Beluga, Cewe Color, ..) in Deutschland. Diese Beispiele gilt es auszuweiten und besser zu vernetzen (=) DBU-Projekt).

3. Kollaborative Ökonomie (Open Source, Kundenbeteiligung, „Marke Eigenbau“, Solidarische Ökonomie, lokale Versorgung, Urban Gardening,…) stelle die weitesgehende Form eingebetteter Wirtschaft dar. Hier lösen sich klassiche Unternehmensverständnisse und –grenzen auf. Unternehmen sollten sich die neuen Wirtschaftsformen offen nähern.