4. Hemmnisse und Widerstände

4. Arbeitsgruppe - Hemnisse und Widerstände und der Umgang damit

Teilnehmer
Arne Dunker, Ferdinand Dürr, Prof. Dr. Niko Paech, Tilman Santarius

Pate
Nana Karlstetter

Leitfragen

Hemmnisse

  • Klimawandel unattraktiv wg Verzicht und Thema Klimawandel überstrapaziert
  • System lässt Übergang zu Klimaverträglichkeit nicht zu (Wachstumsorientierung)
  • Nichtwandelbarkeit des Systems ist kulturell bedingt und verankert
  • Mächtige Akteure profitieren vom Business as usual

    Konfliktive Standpunkte in der Diskussion:

  • Rolle und Leistungsfähigkeit der Politik/Rechtfertigung von Politik
  • Rolle des Individuums/Communities/Subkulturen/Idole
  • Kompensation von Problemen oder Einübungsphase von Veränderung?

    Umgang? → soll vertieft werden!!

    Vorgehen/Arbeitspan in der Gruppe

  • Analyse der Hemmnisse
  • Klärungsbedarfe in der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzdiskussion
  • Umgangsweisen

    Unternehmen:

  • Shareholder Value
  • Überalterung
  • Irreversible Investitionen (sunk costs)
  • Marktstrukturen/-konzentration

    Verwaltung/Politik:

  • Risikoaversion/Aufwandsminimierung
  • Verflechtungen mit Unternehmen
  • Kurzfristlogik (insb. Politik)
  • Minimierung von Zumutungen für Bürger als Systemlogik
  • Parlamentarische Demokratie nur Moderator nicht Anwalt von Interessen (keine Priorität auf Klimaschutz)

    Individuen:

  • Multioptionalität:
    • Handlungs-/Selbstverwirklichungsfunktion
    • → Klimaschutz nur ein Aspekt von vielen
  • Kompensations und Verlagerungseffekte:
    • Produktbezogene (3Wegekat; Atmosfair)
    • Praktiken gegeneinander aufwiegen (Bionadetrinkender Ryanairflieger)
    • Alibifunktion/Relativierung (warum ich? Oder: andere sind noch schlimmer)
    • Delegation von Verantwortung auf andere Institutionen oder technischen Fortschritt (Reden darüber reicht schon)
    • Abgrenzung von sozialen Gruppen, die das „Richtige“ (Klimaschutz) aus der „falschen“ Motivation machen.
  • Subkultur/Communities:
    • Kritische Masse / kulturelle Stärke fehlt
  • Idole
    • Meinungsführer, die Klimaschutz authentisch repräsentieren fehlen: Gibt es genug? Wenn es sie gibt, sind sie authentisch?
    • Es gibt solche Idole, aber sie haben zu wenig Wirkung.

    Mechanismen und Institutionen

  • Unterschiedliche individuelle Rollen (Privatperson; Politiker; Unternehmer)
  • Falsche finanzielle Anreizsysteme (Zug kostet mehr als Fliegen)
  • Mangelnde Regulierung/Verbote
  • Falsch verstandener Liberalismus (Freiheit des Einzelnen über alles)
  • Externalisierung wird belohnt
  • Standortwettbewerb/Globalisierung/fehlender internationaler Konsens: Gefangenendilemma

    Konflikte/Klärungsbedarf:

  • Einerseits: In der Klimaschutz-Kommunikation müssen Botschaften und gelebte Praxis kongruent sein. Daher reichen Apelle an politischen und/oder systemischen Wandel nicht aus.
  • Andererseits: Apelle an Lebensstil-Veränderungen sowie emergente Initiativen von gelebter Klimaschutz-Praxis reichen nicht aus, wegen individueller Kompensations- und Verlagerungseffekte in der Multi-Optionsgesellschaft.

    Umgang mit dieser Herausforderung:

  • Nachhaltigkeitspolitik 2.0! Lebensstile müssen Gegenstand von politischer Gestaltung werden. Die Politik (bundesweit wie kommunal) sollte klimaschonende Alltagspraktiken und Versorgungsstrukturen aktiv fördern.
  • Bsp: Infrastrukturen zur Verfügung stellen, Stellen für „Nachhaltigkeits-Manager“ schaffen, und sonstige materielle Förderung sowie
  • immaterielle Wertschätzung klimaschonender Lebenspraktiken und Kommunikationsmaßnahmen.

    Botschaften

    Wenn Unternehmen und Politik im Sinne einer Nachhaltigkeitsstrategie 2.0 zum Wandel beitragen wollen, sind mindestens 2 Kriterien zu erfüllen:
    1. Orientierung an Lebensstilen und Praktiken (z.B. statt an Produkten)
    2. Kongruenz zwischen Intention des Akteurs (Politiker, Manager etc.) und eigenen Praktiken.

    Dabei kann insbesondere die Politik (bundesweit wie kommunal) klimaschonende Alltagspraktiken und Versorgungsstrukturen aktiv fördern.