3. Modelle des Wandels

3. Arbeitsgruppe - Akteursbezogene Modelle des Wandels

Teilnehmer
Dr. Daniel Dahm, Hans-Jürgen Heinecke, Dr. Kora Kristof, Prof. Dr. Wolfgang Sachs, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Dr. Otto Smrekar, Prof. Dr. Wolfgang Stark

Pate
Marina Beermann

Wünsche für die Gruppenarbeit

1. Emergente, erfolgreiche Muster, etwas Erzeugen im Handeln (Performativität) – Prinzipien identifizieren, Wissen wollen wie das System funktioniert – kollektive Intelligenz (im Sinne einer gewachsenen Intelligenz, die man analysieren kann), spontanes Ereignis und erstaunliche Ereignisse - wie entstehen handlungsfähige und veränderungsfähige Akteure? Diskutieren, wie Wandel erfolgreich begleitet werden kann, welche Rolle dabei Akteure spielen, systemare Zusammenhänge rund um den Akteur verstehen, Veränderungen gehen von Minderheiten aus

2. Voraussetzung: Tiefes Zuhören ist essentieller Bestandteil eines Veränderungsprozesses - würdiger Umgang miteinander (Achtsamkeit/Würdigung), Improvisation im Jazz und nicht alles ist gestattet, sich in einen Hörraum begeben, aufbauend auf anderen zu spielen, Aufbrechen kollektiver „Unwissenheit“ – verschiedenste Akteure (jeder kann das sein, was er im Alltag ist) gemeinsame, gleichberechtigte Veränderungsmuster, Akteurszentrierte Theorie ,die zeigt wie aus individuellen Akteuren kollektive Akteure des Wandels werden (können), Welche Bilder, Symbole und Erfahrungsräume müssen für verschiedene Akteure geschaffen werden um Veränderung zu ermöglichen, emotionale Ebene erreichen, Reflektion von Bildern, man muss eine Idee haben vom Ziel (backcasting)

3. Hybride Persönlichkeiten (historisches Subjekt nicht von alleiniger Bedeutung), Hybride Internationale ohne Kopf (Emergenz) – funktionierender Organismus, dessen Kopf man nicht erkennen kann

- Akteurszentrierte Theorie ,die zeigt wie aus individuellen Akteuren kollektive Akteure des Wandels werden (können)
- Diskutieren, wie Wandel erfolgreich begleitet werden kann, welche Rolle dabei Akteure spielen, systemare Zusammenhänge rund um den Akteur verstehen
- Wissen wollen wie das System funktioniert – kollektive Intelligenz (im Sinne einer gewachsenen Intelligenz, die man analysieren kann), spontanes Ereignis und erstaunliche Ereignisse - wie entstehen handlungsfähige und veränderungsfähige Akteure?
- Aufbrechen kollektiver „Unwissenheit“ – verschiedenste Akteure (jeder kann das sein, was er im Alltag ist) gemeinsame, gleichberechtigte Veränderungsmuster
- Internationale ohne Kopf (Emergenz) – funktionierender Organismus, dessen Kopf man nicht erkennen kann – 1. Veränderungen gehen von Minderheiten aus, 2. Improvisation im Jazz und nicht alles ist gestattet, sich in einen Hörraum begeben, aufbauend auf anderen zu spielen, 3. Hybride Persönlichkeiten (historisches Subjekt nicht von alleiniger Bedeutung)
- Emergente Muster, etwas Erzeugen im Handeln (Performativität) – Erfolgreiche emergente Muster des Wandels – Prinzipien identifizieren

→ Subjekt des Wandels: Zielgruppen (wer soll verändern und wer soll bei der Veränderung mitgenommen werden?)
→ These: Historisches Subjekt quer zu den Institutionen und quer zu uns – historisches Subjekt hat insofern keinen Sinn
→ Warum sind Institutionen kein Akteur (siehe Clusterung) – die Unterscheidung macht wenig Sinn – gemeinsamer Prozesse des Veränderns – Objekt der Veränderung und des Subjektes muss aufgehoben werden – ermöglicht die Trennung zwischen historischen Subjekt und Subjekt als Teil einer Praxis – Wie kann ein modellbezogenes Modell diese Spannung fassen?
→ Ein Modell ist wenig sinnvoll – dahingehend sollte an verschiedenen Ebenen angesetzt werden – Betrachtung des Ganzen und nicht auf den Akteur – Integration vieler verschiedener Blickwinkel –

  • D.h. vom Individuen ausgehen, aber das Gesamtsystem betrachten, ABER: begrenzt die Sicht (?)
  • Nichtwissen ermöglicht Fortschritt – Handlung immer bezogen auf den einzelnen Akteur, nicht im kollektiv – wie kann ein Prozess eines gemeinsamen Lernens gestaltet werden? Experten zusammenbringen (kollektive Lernprozesse, die vom einzelnen Akteur ausgehen)

→ Headline: Mensch als Treiber für Problem, zugleich auch Schlüssel der Lösung
→ Was könnte Ziel der AG sein? Besser verstehen was soziales Lernen ist? Oder: wir müssen uns forciert damit auseinandersetzen wie Meta-Lernen stattfinden kann – klarer werden darüber wie ein Veränderungsmodell gestaltet werden kann – welche Faktoren es beinhalten muss.
→ Wie kommen Entscheidungen zustande und wie flexibel sind sie? – Wir haben keine Entscheidungsprozesse, die auf schnellen Wandel und Komplexität reagieren können?

  • Wo liegen Konflikte?
  • Erfolgsbedingungen für Veränderungen sowie die „Schalterungsbedingungen“, wo sind Musterbrüche notwendig?
  • Expertenorientierte Change-Zumutung provoziert kritische Reflektion – „Widerstandsmodus on“ - Akteursbezogener Wandel ist zum Scheitern verurteilt – stattdessen wie muss ein Prozess gestaltet werden , der alle Akteure befähigt für einen Veränderungsprozess – Einbindung in die Rahmenbedingungen unter denen der Wandel stattfindet sowie die Berücksichtigung der zeitlichen Dimension.
  • Was ist Ziel des Wandels? + es gibt nicht nur eine Lösung („Forking“) – Möglichkeiten des Handelns eröffnen
  • Man hat eine Vision, z.B. Gerechtigkeit – erster Schritt wäre eine ungefähre Lösung, dann sollen weitere Akteure eingebunden werden – Leute mitnehmen (partizipative Zusammenarbeit) - eine Gruppe ist nicht ergebnisoffen (Voraussetzung ist aber die Fähigkeit des Zuhörens – 4 Ebenen des Zuhörens: Downloading, Neues Wissen in eigene Kategorien einordnen, Mehransichtigkeit, Neues Kreieren), sondern Zusammenarbeit in einem harmonischen Raum, Voraussetzung ist das Wissen der bestehenden Muster verschiedener Akteure und Strukturen, Prinzipien von Entscheidungen identifizieren und verstehen
  • Wie kommen verschiedene Formen der Irrationalität in Entscheidungen?
  • Voraussetzung: Tiefes Zuhören ist essentieller Bestandteil eines Veränderungsprozesses - würdiger Umgang miteinander (Achtsamkeit/Würdigung)

    Wünsche für die Gruppenarbeit

  • Akteurszentrierte Theorie ,die zeigt wie aus individuellen Akteuren kollektive Akteure des Wandels werden (können)
  • Diskutieren, wie Wandel erfolgreich begleitet werden kann, welche Rolle dabei Akteure spielen, systemare Zusammenhänge rund um den Akteur verstehen
  • Wissen wollen wie das System funktioniert – kollektive Intelligenz (im Sinne einer gewachsenen Intelligenz, die man analysieren kann), spontanes Ereignis und erstaunliche Ereignisse - wie entstehen handlungsfähige und veränderungsfähige Akteure?
  • Aufbrechen kollektiver „Unwissenheit“ – verschiedenste Akteure (jeder kann das sein, was er im Alltag ist) gemeinsame, gleichberechtigte Veränderungsmuster

    Skizzen von Felix Rauschmeyer:

  • müssen die Konstruktion kollektiver Akteure des Wandels ermöglichen
  • erklären erfolgreiche emergente Prinzipien des Wandels
  • Akzeptanz des Menschen in seiner Gegebenheit
  • machen Platz für irrationale Elemente im Prozesse
  • Enthalten Phasen tiefen Zuhörens
  • integrieren symbolische Aspekte von Praktiken

    Gesprächsinhalte (Strandkorb) I:

    • Erfolgsbedingungen für die Entwicklung emergenter Muster, menschlichen Umgangs:
      • würdigend, konsensorientiert, bezogen auf Sachfragen, konkrete Problemlagen (vor dem Hintergrund des Schweizer Modells)
      • Nationalstaaten (müssen) verlieren ihre nationalstaatliche Rolle, dafür erhält die EU mehr Gewicht im internationalen Diskurs
    • Wie können individuelle Interessenslagen zu einer kollektiven Bewegung motiviert/gebündelt werden ?
    • Improvisation ↔ Veränderungen
      • „Themenfeld“ Improvisation bietet Tools für Veränderungen
      • beinhaltet/impliziert Existenz eines gemeinsames Ziels
    • Jetzt ist die Zeit des alternativen Professionalismus (Charakteristika derzeitiger Bewegungen)
      • Orientierung stärker an einzelnen Sachverhalten (Effizienz, Ökonomie, Wasser, etc.)
    • Betrachtung von Mikromustern, die erfolgreich sind, Frage der Skalierbarkeit, Respekt vor dem Andersdenkenden – am konkreten Beispiel anwenden (Klimafrage), denn dann lösen sich Probleme auf
    • Inhaltliche Innovationen – Fokus auf den Inhalt, nicht auf den Prozess &harr Prozess von großer Relevanz
    • Wie entsteht aus einer Idee eine Bewegung?
    • Vergleiche zum „viralen Marketing“ ziehen – Methodik und Logik nutzen für Klimafragen
    • Was sind Voraussetzungen für nachhaltige Innovationen – „linking pins“ – Wer sind die „change agents“
      • Entwicklung neuer Betrachtungsweisen auf Akteurslandschaften – hilft Experimente zu identifizieren, Projekte und Methoden intelligent miteinander vernetzen
    • Wissen durch Mikrostrukturen ist vorhanden – notwendig wäre eine Art Musterkatalog/-sprache (Sprache im Sinne von Verhaltensmöglichkeiten), um Bewegungen zu initiieren
    • Prozess- und Beziehungsinnovationen sind wichtig
    • „Leere Leinwand betrachten“ – Michelangelo - tiefgreifend Inhalte analysieren
    • Welche konkrete Rolle spielt die Institution „nachhaltige Wissenschaft/Nachhaltigkeitsforschung“ im Diskurs?
      • Nachhaltigkeitsforschung hat ihre impulsgebende Rolle verloren
      • Forscher dieser wiss. Richtung werden zunehmend zu Moderatoren einer Green Economy
      • keine richtungsweisenden Ergebnisse und Handlungsempfehlungen
      • lediglich einzelne Akteure polarisieren
      • Institutionen sind selbst Akteure des Wandels und müssen selber Wandel umsetzen und initiieren können

    • Inwieweit müssen wir uns selbst von eigenen (Denk-)Modellen trennen?
    • Individuelles, auf Einzelperson bezogenes transdisziplinäres Projekt – bedarf verschiedener Kontrollinstanzen, die Impulse setzen
    • David Turnbull: Der Mensch als „in between“
      • Welche Menschen entwickeln wir auf Grund des bisherigen Erziehungs- und Bildungssystems – Spezialisten; Fähigkeit des „in betweens“ wird somit erschwert
      • Symbol der Transdisziplinarität im Sinne von H.P. Dürr
      • Ideen müssen anschlussfähig sein
      • Mustererkennung ist entscheidend, da Informationsvielfalt ohnehin nicht fassbar

      Forderungen/Botschaften

      1. Emergente Muster:

    • Nicht nur das „was“, sondern das „wie“
    • Man muss Wissen generieren über die Muster und Erfolgsbedingungen von Veränderungsprozessen
    • Wer ist der Adressat und wie binde ich diesen ein?
    • Muster helfen, um geeignete Instrumente und Methoden zu finden
    • Veränderungen glücken nur gemeinsam, sie beginnen oft mit Minoritäten, gelingen aber nur mit Majoritäten
    • Kompendium der Weisheit der Ökologiebewegung
      • Was muss passieren (Inhalt)?
      • Einbindung des Menschen
      • Prozesse
      • Zeitfaktor
      • Fokussierung
    • Targeting statt Norming

      2. Menschen mitnehmen

    • Respekt, Konsensorientierung, Improvisation, Würdigung
    • Verantwortung (?)
    • Qualifizierung zu erfolgreichen Veränderungsprozessen
    • Wissen und Methoden vorhanden, Anwendung defizitär
    • Alternative Professionelle einsetzen, Professionelle alternativ einsetzen
    • „Leere Leinwand“ – in den gemeinsamen Prozess gehen

      3. Hybride Mensch

    • Existenz von Ambivalenz (Wissen ↔ Handeln bzw. Bewusstseinsschaffung vs. –wandel))

      Zielgruppen:
      Nachricht an alle, die sich mit der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft unserer Welt beschäftigen wollen

    • Öko-Society (Nachhaltigkeitsforschung, NGO-Bereich, Pionierunternehmen, soziale Experimentierer)
    • Kommerzialisierte Unterstützer der Öko-Society,
    • „Widerständler“ der Welt

      1. Einladen zum gemeinsamen Arbeiten an der „weißen Leinwand“:
      Lasst uns einfach gemeinsam anfangen, lasst uns auf eine Entdeckungsreise gehen, lasst uns
      Widerstände nutzen, statt bekämpfen, lasst uns bereit sein, uns überraschen zu lassen

    • Dies ist eine Einladung an junge Entscheidungsträger in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und an NachwuchswissenschaftlerInnen:
      Nutzt Euren Erfahrungsschatz und Kompetenz für den erfolgreichen Umgang mit Klimawandel, Ressourcenschonung und Gerechtigkeit, schafft daraus gemeinsam Neues auf der Basis Eurer professionellen Selbstsicherheit

      2. Die „Schule für die KünstlerInnen des Wandels“ ist am 19.11. in der Spiekerooger Kogge gegründet worden
      Sie beschäftigt sich mit dem „Wie“ neben dem „Was“ des Wandels: Wir wollen besser verstehen, wie erfolgreicher Wandel funktioniert, es geht um gut gemachte „Change-Kunst“:

    • „Die Kunst des Veränderns lernen und die Muster des Wandels verstehen“
    • Was muss passieren (Inhalt/Plot); Einbindung des Menschen (Schauspieler); Prozesse (Regie); Zeitfaktor (Timing/Dramaturgie); Fokussierung
      Die Einladung richtet sich an jeden, auch an die Laien.